Supernatural: The Hickman Files

Das Trickstertuch

In Huntsville, Tennessee

In dieser Geschichte kommen gleich zwei neue Gesichter vor: Victoria Blackwood und Celine Hayward. Victoria ist eine Blackwood, wie sie im Buche steht (und mit Büchern kennen sich die Blackwoods bekanntlich aus): Wohlhabend, gut informiert und ein kleines bisschen überheblich. Sie fährt einen metallic-grünen Hummer, ein riesiges Auto, das im Laufe der Geschichte sogar eine kleine Rolle spielen wird. Sie ist mit Heather Star und Clearwater Billy über deren Mutter verwandt.
Celine Hayward ist Schauspielerin. Bisher hat sie hauptsächlich in Horrorfilmen mitgespielt, aber sie ist noch jung und hofft, bald anspruchsvollere Rollen zu bekommen. Was Celine mit den Hickmans zu tun hat? Nun ja, sie hieß nicht immer Celine Hayward – der Name, den ihr ihre Eltern gegeben haben, ist Sally Hickman. Allerdings will sie mit Jägern und Monstern eigentlich nichts zu tun haben. Eigentlich. Aber dem Namen Hickman entkommt man nicht so leicht…

Vermutlich hatte ja nun jeder und sein Stachelschwein mitbekommen, dass das Trickstertuch in Huntsville, Tennessee, aufgetaucht war. Was war ein Trickstertuch? Was konnte man damit machen? Warum interessierte das überhaupt jemanden? Darauf gab es so viele Antworten wie Jäger, aber die einfachste war wohl: „Keine Ahnung, aber ich will mir das mal ansehen“. Das war zumindest Billys und Heathers Grund.
Victoria wusste etwas mehr. Mit einem Trickstertuch konnte man magische Rituale umdrehen, das klang doch interessant. Konnte man sicher mal brauchen.
Celine war gar nicht wegen dieses Dings hier, die hatte einen Dreh im nahen Örtchen Winona. (Der Film hieß „Deadly Dancing“ und drehte sich um eine mörderische… na, ist egal. Er wurde ohnehin nicht gedreht.) Allerdings hatte ihr niedlicher Kleinwagen eine Panne, der Typ, der sich darum kümmern sollte, war mehr an Celine interessiert als an dem Auto, also beschloss sie, per Anhalter weiterzufahren. Und wie es der Zufall so wollte, kam genau in diesem Moment Victoria mit ihrem Hummer vorbei…

Victoria und Celine trafen Billy und Heather bei einem der letzten freien Cottages, wo Billy gerade grillte und Heather sich bei einem dicken Joint entspannte. Die anderen Hotelräume und Ferienwohnungen waren schon besetzt – es war wirklich viel los in Huntsville! Überall liefen grimmige Gestalten mit Gewehren und / oder archaischen Waffen herum und erschreckten die Einheimischen. Die konnten einem schon leid tun mit den ganzen Jägern im Ort.

Während die vier Verwandten gemütlich grillten und sich gegenseitig austauschten, peitschten auf einmal Schüsse durch die Nacht. Nanu? Was war denn jetzt los? Billy und die anderen gingen nachsehen. Bevor sie überhaupt irgendwo ankamen, lief ihnen ein Mann entgegen, Mitte 30, vage gutaussehend. „Lauter Irre“, erklärte er mit einem schiefen Grinsen. „Ich mache hier einen Abendspaziergang und die ballern auf mich!“ Scheinbar hatten sie ihn allerdings nicht getroffen. Er stellte sich als Clive vor, ein Jäger, der wegen des Trickstertuchs hier war. Ein paar andere Jäger hatten ihn wohl für ein Monster oder etwas Ähnliches gehalten. Hah!
Die Hickmans luden den unbekannten Jäger erst mal ein, ihr Abendessen zu teilen. Hunger hatte er nicht, und als Victoria ihm Wein anbot, sagte er: „Ich trinke keinen… Wein.“ Das hätte jemanden misstrauisch machen können, nicht wahr? Aber er lenkte schnell ab. „Wusstet ihr schon, dass es hier eine Schlucht gibt, die die Einheimischen Loki’s Gulch nennen?“ Wenn das nicht mal nach Trickster klang.
Victoria erklärte, morgen Abend gäbe es eine bestimmte Sternenkonstellation, die das Öffnen von Toren begünstigte. Was hatte das zu bedeuten? „Vielleicht ist es eine Falle“, gab Heather zu bedenken. Lauter Jäger an einem Fleck… das Gerücht hatte sich doch nicht zufällig wie ein Lauffeuer verbreitet.
Die Theorie wurde eine Weile diskutiert, aber dann wurde es Billy zu dumm. „Egal“, sagte er. „Wir gehen da jetzt hin und sind vorbereitet.“

Nach diesen weisen Worten verabschiedete sich Clive bis zum nächsten Abend, während der Rest schlafen ging.

Am nächsten Tag fuhren die Hickmans und ihre Verwandte nach Huntsville und sprachen mit einigen Jägern. Einer von ihnen war Stinger – von dem habt ihr sicher schon gehört. Enthusiastisch, wenn auch nicht sehr helle, freundlich, wenn auch manchmal etwas zu freundlich. Fuhr einen monströs aufgemotzten Truck. Der war hin und weg von Victoria (bzw. von ihrem Hummer) und ließ sich widerstandlos überreden, die Hickman-Truppe abends zum Loki’s Gulch zu begleiten.
Bei ein paar anderen war das nicht so einfach, aber letzten Endes kamen die Hickmans, Stinger und etwa ein halbes Dutzend weiterer Jäger überein, sich gemeinsam in die Höhle des Löwen zu wagen.

Aber es galt noch, Vorbereitungen zu treffen: Celine besorgte mit ihrem Charme einige Quads, mit denen man gut zum Loki’s Gulch fahren konnte (für normale Autos und sogar für den Hummer war das Gebiet zu unwegsam). Den japanischen Touristen, die die Fahrzeuge eigentlich gebucht hatten, bot sie stattdessen eine Sightseeing-Tour zum Drehort an – sie konnte ja nicht wissen, dass zwei von ihnen von Dämonen besessen waren. Aber das ist eine andere Geschichte.
Heather versuchte in der Zwischenzeit, eine gefälschte Replik des Trickstertuchs herzustellen. Dabei half ihr allerdings weder Mutter Erde noch der große Joint – Celine hingegen fand die Idee brillant und erzeugte mit etwas Make-up gleich drei sehr überzeugende Fälschungen. Diese Tücher sahen mysteriöser und tricksteriger aus als das Original, kann ich euch sagen.

Schließlich ging es dann los. Alle waren angespannt, bis auf Stinger und Heather, die vorher noch ein paar Joints geraucht hatten. Kurz vor Mitternacht kamen sie an Loki’s Gulch ein, einer schmalen Schlucht mit steilen Wänden. Vorsichtig bewegte sich die Jägertruppe hinein, und dann schnappte die Falle zu!

Clive tauchte auf, in Begleitung von einem Dutzend Vampire. Ja, der nette Jäger von gestern Abend war selbst ein Vampir und hatte die Hickmans hintergangen!
„Ich will nur das Trickstertuch“, feixte er. „Wenn ihr es habt, gebt es mir lieber.“ Seine Vampirtruppe leckte sich hungrig die Lippen.
„Wir haben das Tuch“, erklärte Celine fest und zog das blaue Tuch aus ihrer Tasche (die anderen waren grün und orange). „Du kannst es haben, aber du musst uns gehen lassen. Sonst“, sie zog ein Feuerzeug aus ihrer Handtasche, „sonst zünde ich es an!“
„Einverstanden.“ Clive nickte und winkte seine Vampire zurück.

Allerdings waren einige der Anwesenden nun mal Jäger durch und durch. Die redeten nicht mit Vampiren, die töteten Vampire. Deswegen griffen Serpico Jones und fünf andere zu einem strategisch geschickten Zeitpunkt an.
Sie waren zu sechst. Es waren doppelt so viele Vampire. Strategie hin oder her, nach kurzem, blutigen Kampf waren drei Vampire kopflos und die Jäger lagen blutleer am Boden. Ruhe sanft, Serpico Jones (und ihr anderen, deren Namen ich vergessen habe oder nie kannte).

Celine, Victoria und die Geschwister hatten sich an dem Kampf nicht beteiligt. Stinger auch nicht, der war immer noch viel zu bekifft. Celine hob das blaue Tuch und ihr Feuerzeug. „Lasst uns gehen“, forderte sie wieder, und Clive bedeutete seinen Vampiren, die Jäger zu ihren Quads zu lassen.
Victoria und Billy stiegen auf zwei Quads, Heather und Stinger teilten sich ein anderes. Celine hielt immer noch das Tuch. Dann ließ sie das Feuerzeug aufflackern, hielt es an eine Ecke des Tuchs, bis es Feuer fing. Ließ es fallen und rannte wie der Teufel zu ihrem Quad.

Clive raste zu dem lodernden Stück Stoff und verschwendete Zeit damit, es zu löschen. (Hoffentlich hat er sich die Finger dabei verbrannt!) Das nutzten die Hickmans und Victoria aus, um mit Stinger und den Quads zu entkommen.

Gut, das war kein so großer Erfolg für die Jägertruppe – sie lebten noch und sie hatten Clive das gefälschte Tuch untergejubelt… aber andere hatten den Tod gefunden, und vom echten Trickstertuch hatten sie auch nichts gesehen. Trotzdem, das hätte viel schlimmer laufen können. Alles in allem waren unsere Freunde ganz glimpflich davongekommen. Und eine Trophäe hatte Heather auch ergattert: Eins der anderen falschen Trickstertücher.

Am nächsten Morgen trafen sie sich mit Stingers Freunden Tam Jackson und Bobby Dee Hickman (noch eine Cousine!) im Diner. Dort erfuhren sie, dass Clive Galloway früher tatsächlich ein Jäger war. Tam kannte ihn aus dieser Zeit – sie war seine große Liebe (die hatte er in Loki’s Gulch kurz erwähnt, offenbar brauchte er für sie das Trickstertuch?), allerdings auch verheiratet, und nicht mit Clive. Vor einiger Zeit wurde er zum Vampir – beinahe zum Vampirgott, aber das hatten Bobby Dee und die beiden andern verhindern können. Victoria schlug vor (oder war das Heather?), diese Tatsache mal allgemein bekannt zu geben. Gute Idee.
Celine erfuhr hier zu ihrem Leidwesen, dass der Dreh abgesagt war. Bobby und ihre Freundin hatten die Dämonen bei der Touristengruppe bemerkt und waren ihnen gefolgt. Dabei kam es allerdings zu allerlei Trubel am Filmset: Ein Beleuchter war tot, der Regisseur und der Hauptdarsteller brauchten psychische Betreuung… das übliche. Celine war darüber sehr unglücklich, aber andererseits war das ja nicht ihre Schuld. Sie rief gleich ihren Agenten an, der sollte dafür sorgen, dass sie keine finanziellen Nachteile dadurch hatte.

Jedenfalls waren diese Dämonen auch hinter dem Trickstertuch her gewesen. „Und wenn die jetzt denken, dass Clive das Ding hat?“, schlug Celine vor. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Pragmatische junge Dame – sie konnte sich ja nennen, wie sie wollte, aber da merkte man ihr die Hickman-Abkunft deutlich an.

Die beiden Gruppen (Billy, Heather, Celine und Victoria / Bobby Dee, Tam und Stinger) trennten sich an dieser Stelle wieder. Bobby Dee und ihre Freunde wollten sich weiter um Clive kümmern, und unsere Freunde… nun, da war noch diese Sache mit dem Monster im Sumpf, das zwei Caterer von der Filmcrew angegriffen hatte. Aber das ist eine andere Geschichte…

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Marganma

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