Supernatural: The Hickman Files

Das Pechmännchen

In Protection, Kansas

Eigentlich wollten sich Celine und Billy mit Tam Jackson in Boston treffen, aber dummerweise kam der anderen Jägerin etwas dazwischen und sie bat darum, das Treffen nach Chicago zu verlegen.
Das war ungeschickt für Celine, die musste nämlich zu einem Dreh nach Florida – Inzombia, es ging um Zombies und Hausfrauen, und sie sollte als Zombiekönigin… aber nein. Das führt zu weit.

Jedenfalls fuhren Heather Star, Victoria und Clearwater Billy ohne Sally nach Chicago. Das war schade, weil es ja hauptsächlich darum ging, dass der Vampirfürst Clive Galloway wiederholt in den Träumen der Schauspielerin aufgetaucht war und behauptet hatte, sie sähe aus wie seine Schwester. Aber egal – so leicht ist es eben nicht, sich mit aktiven Jägern (oder Schauspielern) zu treffen.

Tam erzählte, dass sie ein unsichtbares Albino-Krokodil in der Kanalisation gejagt hätte. Leider stammte ihre Jagdpartnerin wohl aus der Familie ihres Ehemanns und fand, unsichtbare Krokodile wären doch sicher eine gefährdete Spezies und sollten beschützt werden. Also wurde das Monster kurzerhand grün angesprayt und in einen Zoo verfrachtet. Heather fand das ganz großartig und fragte sich laut, ob mögliche Nachfahren der Kreatur vielleicht auch unsichtbar sein würden? Tam wurde etwas nervös und rief jemanden an, der sich darum kümmern sollte.
Schließlich kam dann doch noch die Sprache auf Clive. Tam erklärte noch einmal, dass er früher Jäger war. Dieser Jäger hätte sicher nicht zum Vampir werden wollen. Heather sprach sie auf die Angel Foundation an – konnte es sein, dass Clive etwas damit zu tun hatte? Tam schüttelte den Kopf. Die Angel Foundation war aufgelöst (es folgte etwas Gemurmel über die Apokalypse, aber das war nicht so ganz verständlich), Clive hatte damit nichts zu tun. Immerhin kam dabei heraus, dass der Anwalt, den Heather von New York aus angerufen hatte, ein Cousin von Tams Ehemann war.
Wo sie gerade beim Thema Familie waren: Clive hatte wohl eine jüngere Schwester gehabt, die von einem Monster zerrissen worden war, und fing deswegen mit der Jagd an. Die Verbindung zu seiner Familie hatte er zu diesem Zeitpunkt abgebrochen, aber Tam wusste, dass die Galloways nach dem Tod des Mädchens von New York nach Protection in Kansas gezogen waren.

Kansas war zwar nicht der nächste Weg, aber die Hickmans und Victoria hatten sonst nichts Besseres zu tun, also fuhren sie los, um sich Clives Familie mal anzusehen.

Protection war ein winziges Kaff mitten im Nichts. 500 Einwohner, Tendenz: fallend. In Don’s Place & Gifts trafen die Jäger Don (einen Ex-Börsenmakler aus Washington – er hatte sich in der Provinz Ruhe und Frieden erhofft). Selbstverständlich kannte er die Galloways, immerhin waren die auch aus der Großstadt. In letzter Zeit hatten sie allerdings viel Pech gehabt: Sebastian hatte sich das Bein gebrochen, ein Cousin von ihm hatte eine gefrorene Frisbeescheibe (?) an den Kopf bekommen. Heather, Billy und Victoria wurden hellhörig. Hatte es jemand auf Clives Familie abgesehen?

Sie verabschiedeten sich von Don und fuhren zwei Straßen weiter zum Haus von Sebastian und Erica Galloway. Dort sahen sie ein kleines Mädchen, das unter einem Baum spielte. Über ihr balancierte ein fetter Kater auf einem schmalen Ast, und Heather Star fiel sofort auf, dass der Ast sich viel zu sehr unter dem Gewicht bog! Er würde brechen!
Sie rannte los, schob das Mädchen weg und schaffte es sogar, die fette Katze zu fangen. Die war allerdings nicht sehr dankbar und kratzte sie ordentlich. Hinter ihnen krachte der Ast auf den Boden.

Die Mutter des Mädchens stürmte aus dem Haus, heilfroh, dass der kleinen Nelly nichts passiert war. Sie kam ins Gespräch mit den Hickmans und Victoria und ließ sich bereitwillig ausfragen: Nein, sie hatten schon ewig nichts mehr von Clive gehört. Ja, er war verschwunden, nachdem seine jüngere Schwester Micky – Michelle – gestorben war. Als sie ein Bild von Celine zeigen, bestätigen die anwesenden Galloways (es wurden mit der Zeit immer mehr, nachdem sich die Rettung des kleinen Mädchens herumgesprochen hatte, und das ging in Protection ziemlich schnell), dass die Schauspielerin Micky schon ein bisschen ähnlich sah. Vielleicht, mutmaßte Heather, gab es ja verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Hickmans und den Galloways? Das ließ sich allerdings nicht so schnell herausfinden.
Jedenfalls bestätigten die Galloways, dass sie seit drei bis vier Monaten unter einer Pechsträhne leiden: Verlorene Jobs, kaputte Gegenstände, Unfälle… an Halloween stand sogar ein Horror-Clown mit einer Axt vor der Tür! Da hatten sie allerdings Hilfe: Ein großer Afroamerikaner griff den Clown an und zerrte ihn vom Haus weg.
Den Afroamerikaner hatten noch zwei oder drei andere Galloways gesehen, als er ihnen zu Hilfe kam. Er hatte nicht viel gesagt, nur behauptet, „Jones“ zu heißen.

Victoria erklärte den anderen, dass solche Pechsträhnen verschiedene Gründe haben könnten: Flüche (sehr beliebt), unwillige Geister oder verschiedene Monster, die Glück fraßen oder Pech brachten. Gerade als sie die Pechmännchen erwähnte, die sich gern in einem Haushalt einnisteten, sah Heather eine winzige schwarze Hand, die aus dem Schatten nach dem Backofen angelte. Na, damit war ja klar, was die Galloways plagte… nur, was konnten die drei Jäger dagegen tun?

Heather schaute in ihr Buch, Victoria überlegte noch ein bisschen. Die Pechmännchen waren schwer zu sehen, wurden aber von glücklichem Gelächter angelockt. Man konnte sie mit einem geweihten Gegenstand aus Eisen erschlagen, aber wenn man das tat, blieb an dem Ort ihres Todes ein Schatten des Pechs zurück – also sollte das vielleicht nicht gerade im Haus der Galloways passieren.
Gut. Um glückliches Gelächter zu bekommen, wurde für den Abend gleich mal eine Barbecue-Party im Garten organisiert. Dann galt es, einen Gegenstand zu beschaffen – Oma Megans altes irisches Kreuz war aus Eisen, aber eigentlich wollten sie der alten Frau ihren Schutz nicht wegnehmen.
Aber Billy war ja nicht nur groß, stark und gutaussehend, sondern auch geschickt mit seinen Händen: Er hämmerte ein eisernes Kreuz zusammen, das zwar nicht so kunstfertig aussah wie das der Galloway-Großmutter, aber das gut in der Hand lag. Dann gingen sie zu einem freundlichen Reverend, der es für sie weihte und sich Sorgen machte, weil Heather immer ohne Schuhe herumlief. (Sie musste eben ihre Verbindung zur Erde aufrechterhalten.)

Da das Pechmännchen ja nicht im Galloway-Haus erschlagen werden sollte, stattete Victoria Don’s Place & Gifts noch einen Besuch ab und erwarb einen engmaschigen Käfig aus Eisen, der ursprünglich eher ein Kunst- oder Dekorationsobjekt gewesen war. Aber für ihre Zwecke war er ideal, wenn auch ziemlich teuer. (Dabei wurde Don gleich noch zur Party eingeladen. Er kam gerne und verbrachte viel Zeit damit, Billy anzuschauen.)

Entsprechend ausgerüstet begann die Grillfeier. Nach etwa einer halben Stunde erspähte Heather das Pechmännchen, das sich im Schatten herumdrückte und darauf wartete, irgendwo Unheil veranstalten zu können. Aber diesmal hatte es sich verrechnet: Bedrohlich ging Clearwater Billy mit einer Blumenstange aus Eisen auf das kleine Monster zu, und als es panisch vor ihm davonlief, musste Victoria den Käfig nur auf- und wiederzumachen. Sie hatten das Pechmännchen gefangen!

Jetzt schnell weg damit. Aber ganz so einfach war das gar nicht: Zunächst fiel Heather über ein herumliegendes Bobbycar und schrammte sich die Knie auf. Dann löste sich die Handbremse eines stehenden Autos und es rollte auf Victoria zu – Billy stieß sie aus dem Weg, wurde dabei aber selbst umgefahren. Schließlich schafften sie es, mit dem Pechmännchen auf ein Feld außerhalb der Stadt zu kommen, aber ausgerechnet dort tauchte natürlich der entflohene Bulle von Farmer Appleton auf. Heather und Victoria flüchteten sich auf einen Baum (der Käfig mit dem Pechmännchen blieb aber unten), während Billy den Stier ablenkte. Leider lief das nicht so gut für ihn, und er wurde schmerzhaft auf die Hörner genommen.
Heather sprang aufgeregt aus der Deckung und leitete den wütenden Stier weg von ihrem Bruder in eine schmale Bodensenke. Dort hatte dann erfreulicherweise mal das mächtige Tier Pech und verhakte sich mit seinen Hörnern in einem Strauch. Hastig versammelten sich die Jäger wieder bei dem Käfig. Billy nahm das Kreuz, Victoria öffnete den Käfig, das Pechmännchen wollte hinaushuschen und – zack! – schlug Billy zu. Volltreffer! Mit einem leisen Zischen verging das kleine Monster, nur ein dunkler Fleck blieb auf der Erde zurück.

Zufrieden machten sich die drei Jäger wieder auf den Rückweg nach Protection. Hinter ihnen lief der arme Stier über den Pechfleck und rammte den Baum schmerzhaft. Na, der hatte dann auch genug für diese Nacht!

Beim Grillfest wurde erstmal Billy von Heather verarztet. Victoria erfuhr, dass in der Zwischenzeit jemand unbedingt einen Gasgrill anzünden musste – aber an dem haftete wohl noch etwas Pech, jedenfalls flog er mit lautem Getöse in die Luft. Gut, dass Jones rechtzeitig da war, um Cousin Oscar zur Seite zu stoßen!
Jones war noch auf der Feier, also sprach Heather ihn natürlich an. Er war allerdings eher unfreundlich und fühlte sich von der guten Laune der jungen Jägerin angegriffen. Ja, sie hatte ja gut lachen mit einem rassistischen Präsidenten, sie war ja weiß! Black Lives matter! Grummelnd zog er sich schließlich zurück.

Danach rauchten Heather und Clearwater Billy noch einen Joint, Victoria verzichtete. Dann verabschiedeten sie sich von den Galloways und voneinander und zogen erst einmal weiter – auf der Suche nach dem nächsten Monster oder dem nächsten Fluch…

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Marganma

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