Supernatural: The Hickman Files

Blutige Rosen

Evergreen, Alabama

Ach, der Valentinstag! Was für eine schöne Gelegenheit, die Liebsten zu beschenken und sich in glücklichen rosa Romantikwölkchen zu ergehen!

…zumindest, wenn man kein Jäger ist. Als Jäger ist der Valentinstag oft eine bizarre Halloween-Parodie, bei der die Monster besonders gern, besonders eifrig und auf besonders groteske Art und Weise auf die Jagd gehen.

So war das auch in Evergreen, Alabama, als Heather Star und Clearwater Billy Hickman am 14. Februar auftauchten. Sie hatten etwas von blutleeren Leichen in der Zeitung gelesen und wollten der Sache nachgehen.
Aber so weit kamen sie erstmal gar nicht: Als sie vor einem Diner anhielten, hörten sie panische Schreie. Und weil sie natürlich hineingingen, um nachzusehen, waren sie noch vor der Polizei dort. Was war passiert? Eine Sitzgruppe war vollkommen von einem dornigen Rosengestrüpp mit prachtvollen tiefroten Blüten überwuchert. Am Boden breitete sich eine Blutlache aus, in der hungrige Wurzeln wucherten.
„Sally und George“, stammelte die Bedienung, „grad eben… grad eben haben sie sich geküsst… und jetzt… was…“ Das war wohl ihre erste Begegnung mit dem Übernatürlichen.
Heather und Billy schauten sich das Gestrüpp genauer an. Ja, da waren zwei Menschen drin, völlig durchbohrt von Ranken und Ästen. Beide offensichtlich tot. Zwischen ihnen stand ein Blumentopf, aus dem das Gestrüpp sprießte – ein hübscher rosa Blumentopf mit der Aufschrift „Happy Valentine“. Er wäre wohl noch hübscher gewesen, wenn nicht überall Blut gewesen wäre.

Die örtliche Polizei tauchte auf und beschäftigte sich damit, Absperrband anzubringen. Offenbar waren die beiden Officers völlig überfordert, weil das auch nicht der erste Todesfall in einem Dornenbusch heute war. Schon zwei andere Pärchen lagen durchbohrt in der Stadt.

Immerhin waren sie nicht die einzigen Jäger in Evergreen: Vor dem Diner hielt ein wohlbekannter roter Dodge Ram mit einer riesigen Lichtorgel. Stinger war in der Stadt! Eigentlich wollte er Bobby Dee eine Valentinsblume bringen, aber wenn es hier etwas zu jagen gab… „Ich schaue erst mal, ob ich Bobby Dee und Tam finde, wir wollten uns hier treffen. Aber wenn ihr was braucht, sagt Bescheid.“

Heather fand die Adresse des Blumenladens unten auf dem Topf. Als sie und Billy dort ankamen, war ziemlich viel los. Klar, an einem Valentinstag. Nach einigem Hin und Her mit Blumenkäufern und Blumenhändlern gelang es den beiden, die verdächtigen Töpfe aus dem Verkehr zu ziehen und zu erfahren, dass sie von einem Gärtner namens Joey geliefert wurden.

Also taten sich die Hickmans mit Stinger zusammen. Der wollte ohnehin grad in die Richtung, weil da auch die blutleeren Leichen gefunden worden waren. Wie lautet das alte Jägersprichwort? „Es gibt keine Zufälle.“
Joey, ein grimmiger, ungepflegter Kerl, hatte allerdings keine Lust, mit den Hickmans und Stinger zu reden. Es kam zu einem kurzen Gerangel an der Tür, und plötzlich sprießten überall Wurzeln und Dornenranken aus dem Boden und griffen nach den Jägern! Gut, mit brachialer Gewalt würde es schwierig werden… aber mit brachialer Gewalt und einem Dodge Ram?
Die Jäger zogen sich zum Auto zurück, dann steuerte Stinger den Wagen durch die wild peitschenden Ranken schnurgerade auf das Haus zu. Zumindest, bis ihn eine besonders kräftige Wurzel am Kopf traf und er das Bewusstsein verlor. Heather übernahm das Steuer, und siehe da, es war gar nicht so schwer: Mit viel Schwung krachte der Dodge Ram in die Hauswand, überrollte Wurzeln, Ranken und Joey, bevor er zum Stehen kam. Heather und Billy nahmen den Gärtner gefangen.
„Alle lachen mich aus“, beklagte er sich. „Vor allem diese Schlampe Holly… die hat nur mit mir gespielt. Jedes werden sie alle sehen, was sie davon haben! Audrey, meine Rose, ist die einzige, die mich versteht!“

Aha. Eine dämonische Rose. Was es alles gab. Nun, Billy und Heather waren nicht ungebührlich beeindruckt, sondern gingen zum Gewächshaus, in dem das infernale Gewächs wucherte. Heather sprach einen Exorzismus, während Billy ihr die Ranken vom Hals hielt, und das klappte auch ganz gut (abgesehen von Billys gebrochenem Arm). Die Rose verdorrte zu ekligem Schleim, Joey schüttelte sich und murmelte gebrochen. „Sie war in mir… ich wollte doch nur jemandem, mit dem ich reden konnte… aber sie war so böse…“ Der musste dann wohl zu Onkel Cletus ins Sanatorium.

Nachdem Stinger einen Joint gegen die Kopfschmerzen geraucht und Billys Arm eingegipst worden war, trafen sich die drei mit Bobby Dee Hickman und Tam Jackson. Tam war wohl gerade im Wald unterwegs gewesen, sie sah ein bisschen verwildert aus. Den Valentinstag hatte sie auch vergessen, scheinbar nicht unbedingt zur Begeisterung ihres Ehemanns (ja, den gibt es wirklich). Sie führte ein etwas gereiztes Gespräch mit ihm, unter Heathers Ermahnungen. „Sei lieb zu ihm!“ Wie sich die Sache jetzt mit Tam, ihrem Ehemann und Clive verhielt, war nicht so ganz klar: Laut Bobby Dee hatte Tam immer abgestritten, dass da etwas zwischen ihr und Clive gelaufen war, aber so besessen, wie sie von dem Kerl war… Stinger hingegen glaubte gar nicht, dass Tam verheiratet war. Der dachte, das wäre nur eine Ausrede, mit der sie sich nassforsche Jäger vom Hals hielt.

Schließlich einigte sie sich mit ihrem Gemahl und fuhr los Richtung Heimat. Vorher erzählte sie aber, dass sie eigentlich einen Vampir gejagt hatte, der sich für Deadpool hielt – konnte sich da jemand drum kümmern? „Natürlich“, sagten Heather und Billy und machten sich auf den Weg in ein neues Abenteuer….

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Marganma

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